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    Schützt vegane Ernährung vor Krebs?

    Das sagt die Wissenschaft

    Beitrag von Anne
    09.12.2022 — Lesezeit: 3 min
    Schützt vegane Ernährung vor Krebs?

    Nun verdichten sich die Beweise einer neuen Studie zufolge weiter: Vegane Ernährung kann vor Krebserkrankungen schützen. BMC Medicine veröffentlichte die Ergebnisse der Untersuchung jetzt. Sie zeigen unter anderem, dass pflanzliche Kost das Risiko von Darmkrebserkrankungen bei Männern um 22 Prozent senken kann.

    Wer auf gesunde, vollwertige, vegane Kost setzt, kann sich vor Darmkrebs schützen. Das sagen die Herausgeber⋆innen der Studie1. Laut ihnen handelt es sich bei Darmkrebs um die dritthäufigste Krebserkrankung weltweit – einer von 23 Männern sowie eine von 25 Frauen erkranken einmal in ihrem Leben daran.

    Schutz vor Darmkrebs durch gesunde, pflanzliche Ernährung

    "Obwohl frühere Forschungen darauf hindeuten, dass pflanzliche Ernährung eine Rolle bei der Vorbeugung von Darmkrebs spielen könnte, war die Auswirkung der Nährstoffqualität pflanzlicher Lebensmittel auf diesen Zusammenhang bisher unklar. Nun deuten auch unsere Ergebnisse klar darauf hin, dass der Verzehr einer gesunden pflanzlichen Ernährung mit einem geringeren Darmkrebsrisiko verbunden ist", 

    sagte Jihye Kim, eine der Autor⋆innen der Studie, in einer Meldung an die Presse.

    Die Forschenden von der südkoreanischen Kyung Hee Universität fanden bei der Betrachtung der Gruppe aus 79,952 amerikanischen Männern heraus, dass die Teilnehmenden mit dem höchsten Konsum pflanzlicher Lebensmittel pro Tag ein um 22 Prozent geringeres Darmkrebs-Risiko aufwiesen, als jene mit dem geringsten Konsum.

    Einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Qualität der pflanzlichen Lebensmittel und dem Darmkrebsrisiko bei amerikanischen Frauen konnten sie nicht feststellen.

    Jihye Kim kommentierte diese Studienergebnisse im Rahmen der Pressekonferenz wie folgt:

    "Wir vermuten, dass die Antioxidantien in Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zur Senkung des Risikos, an Darmkrebs zu erkranken, beitragen könnten, indem sie chronische Entzündungen unterdrücken können, die nachweislich zu Krebs führen können."

    Da Männer tendenziell mit einem höheren Darmkrebsrisiko lebten, als Frauen,  vermute ihr Forschungsteam, dies sei die Erklärung dafür, warum der Verzehr größerer Mengen veganer Lebensmittel bei Männern mit einem geringeren Darmkrebsrisiko verbunden wäre – nicht aber bei Frauen, so Jihye Kim.

    Die Studienergebnisse sprechen für sich

    Die Forschenden analysierten die Daten von Erwachsenen, die sich zwischen 1993 und 1996 auf Hawaii und in Los Angeles für die Multiethnic Cohort Study meldeten. Alle teilnehmenden Männer waren zu Beginn des Untersuchungszeitraums durchschnittlich 60 Jahre, die Frauen 59 Jahre alt.

    Die Teilnehmenden gaben zunächst an, welche Nahrungsmittel (einschließlich Getränken) sie im vergangenen Jahr zu sich genommen hatten. Die Forschenden bewerteten dann, ob sie im Vergleich zu den anderen Teilnehmenden wenig oder viel pflanzliche Lebensmittel zu sich aufgenommen hatten. Anschließend unterteilten sie diese in gesund (Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte) und ungesund (raffinierter Zucker, Weißmehl, zuckerhaltige Getränke). Auf der Basis der Daten aus den Krebsregistern errechneten sie nun die Inzidenz neuer Darmkrebsfälle bis 2017.

    Bei ihren Berechnungen betrachteten die Wissenschaftler⋆innen unter anderem auch das Alter, die familiäre Vorbelastung mit Darmkrebs, den Tabakkonsum, die Einnahme von Multivitamin-Präparaten sowie den BMI der Proband⋆innen. Bei den weiblichen Teilnehmenden bezogen sie zudem die Anwendung von Hormonersatzpräparaten mit in ihre Forschungen ein. Etwa 2,9 Prozent (4.976) der Proband⋆innen erkrankten im Laufe der Studie an Darmkrebs.

    Die aktuelle Studie untermauert die wachsende Gewissheit darüber, dass sich eine gesunde, pflanzliche Ernährung auf das Krebsrisiko auswirkt. Weitere wissenschaftliche Arbeiten kommen immer wieder zu ähnlichen Ergebnissen. 

    Weitere Studien zeigen: Vegane Kost kann zur Krebsprävention beitragen

    Dazu zählt auch eine vor ein paar Wochen auf der Webseite von Frontiers of Public Health veröffentlichte Arbeit2. In ihrem Rahmen durchforsteten Forschende der Shangdong Universität fünf Datenbanken nach Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und Krebserkrankungen des Verdauungsapparats herstellen.

    Die ausgewerteten Studien umfassen Daten von 3.059.009 Proband⋆innen. Den Wissenschaftler⋆innen zufolge, reicht dieses Material aus, um einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen pflanzlicher Kost und Krebserkrankungen innerhalb der Verdauungsorgane festzustellen. Im Papier zur Studie heißt es:

    "Zusammenfassend können wir sagen, dass es wichtig ist, die Ernährungsgewohnheiten, die unser Leben nachweislich gesünder machen, zu verstehen und weiterzugeben, welche wichtige Rolle sie bei der Vorbeugung von Krebserkrankungen spielen. Unsere Auswertungen legen nahe, dass eine vegane Ernährung vielversprechend für die Verhinderung der Entstehung von Krebs ist."

    Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Fleischkonsum

    Auch die Tatsache, dass Fleischkonsum im Umkehrschluss in direktem Zusammenhang mit Krebserkrankungen genannt werden kann, wurde inzwischen wissenschaftlich immer wieder belegt. Hierzu ist unter anderem im Oktober eine Arbeit3 auf nature.com erschienen. Diese kommt zu dem Schluss, dass die Charakterisierung der potenziellen gesundheitlichen Auswirkungen von Risikofaktoren wie dem Verzehr von rotem Fleisch ist, für die Gesundheitspolitik und -praxis von wesentlicher Bedeutung sind. 

    Eine diesen Februar von BMC Medicine veröffentlichte Studie4 bestätigt das. Darin heißt es unter anderem:

    "Dies bestätigt viele frühere Studien, die zeigen, dass eine pflanzliche Lebensweise insgesamt mit einem geringeren Risiko für chronische Krankheiten verbunden ist."

    Achtung, persönliche Meinung:

    Bei einer solchen Vielzahl an gesundheitlichen Argumente, zusätzlich zu den beiden Hauptargumenten, "Keine Tiere müssen für mein Essen leiden" und "Ich betreibe durch meine Ernährungsweise aktiv Klimaschutz" fällt es da doch schwer, nicht ab heute vegan zu leben, oder?

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